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Unser Glossar: synartIQ-Wissen von A-Z

In unserem Glossar finden Sie gängige Begriffe rund um das Thema "Wissen". Wir erweitern unser Glossar stetig - schauen Sie daher ruhig immer mal wieder vorbei!

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Wissenslandkarten – häufig auch als Knowledge Maps oder Wissenskarten bezeichnet – sind ein methodisches Instrument des Wissensmanagements, das der systematischen Erfassung, Strukturierung und Visualisierung von Wissen innerhalb einer Organisation dient. Sie machen sichtbar, welches Wissen wo vorhanden ist, wie Wissensträger:innen miteinander vernetzt sind und in welchen Bereichen strategisch relevante Wissenslücken bestehen. Besonders in wissensintensiven Unternehmen schaffen sie Transparenz über Kompetenzschwerpunkte und organisationale Sachverhalte und unterstützen den gezielten Austausch von Expertenwissen. 

Durch die Visualisierung von Wissen, Informationen, Prozessen, Zuständigkeiten oder thematischen Zusammenhängen ermöglichen Wissenslandkarten eine schnelle Orientierung in komplexen Wissensstrukturen. Sie helfen dabei, Wissenslücken und Risiken im Zusammenhang mit personellen Veränderungen frühzeitig zu erkennen – etwa wenn Mitarbeitende mit kritischem Erfahrungswissen aufgrund von Ruhestand, Rollenwechseln oder Fluktuation ausscheiden. Gleichzeitig fördern sie die Weitergabe impliziten Wissens, das durch die Arbeit mit einer Wissenslandkarte expliziert wird.

Die Erstellung von Wissenslandkarten kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Am effektivsten ist die moderierte Erstellung, auch Expert Debriefing genannt. Dabei führt der/die Wissenstransferbegleiter:in die wissensgebende Person mit unterschiedlichen Frage- und Interviewtechniken durch den Prozess und unterstützt sie dabei, auch implizite Aspekte ihres Wissens einfließen zu lassen. 

Alternativ können Wissenslandkarten eigenständig mithilfe von Leit- und Vertiefungsfragen erstellt werden, etwa im Zuge eines strukturierten Brainstormings oder Mind-Mapping-Prozesses. Die sogenannten Wissenskategorien erleichtern dabei die Einordnung und sorgen für eine konsistente Struktur. Mithilfe einer Wissenskategorie soll neben explizitem Wissen auch implizites Wissen bewusst gemacht und erfasst werden.

Wissenslandkarten können individuell für einzelne Mitarbeiter:innen, für Teams, Funktionsbereiche oder ganze Projekte erstellt werden. Sie dienen der Wissensbewahrung sowie der systematischen Wissensverbreitung bzw. der Vorbereitung von Übergaben und Einarbeitungen. Wichtig ist, dass Wissenslandkarten nicht als statisches Dokument verstanden werden. Ihre Wirksamkeit entfalten sie vor allem dann, wenn sie regelmäßig aktualisiert und an organisatorische Veränderungen angepasst werden.

Insgesamt stellen Wissenslandkarten ein wirkungsvolles Werkzeug dar, um Expertise sichtbar zu machen, Wissen gezielt zu sichern und die Grundlage für fundierte Entscheidungen und nachhaltige Wissensprozesse zu schaffen.